Zum Tode Helmut Schmidts

„Zwar kann der Politiker im Augenblick seines Handelns oder wenn er sein Handeln erklären und begründen muss, nicht gleichzeitig auch große Philosophie liefern. Aber sofern er ohne philosophisch-ethische Grundlage handelt, ist er in Gefahr, Fehler zu begehen. Er ist in Gefahr, in Opportunismus abzusinken. Er ist sogar in Gefahr, ein Scharlatan zu werden.“ (Helmut Schmidt)

Wir nehmen Abschied von unserem Ehrenmitglied Helmut Schmidt, der heute im Alter von 96 Jahren in seiner Heimatstadt Hamburg verstarb. Mit ihm verlieren wir nicht nur einen großen Deutschen und herausragenden Kanzler unserer Bundesrepublik, sondern auch einen scharfsinnigen und stets kritisch-wachen Denker unserer Demokratie.

Am 16. Mai 1974 wurde der frühere Hamburger Innensenator und Bundesverteidigungsminister Schmidt als fünfter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland vereidigt. Er folgte damit Willy Brandt als zweiter Sozialdemokrat in diesem Amt.

Seine Zeit war geprägt von enormen Herausforderungen: das Ringen um eine stabile Wirtschaft im Zuge der Ölkrise, der Erhalt des Wohlfahrtsstaates durch dessen Reform, die Verteidigung des Rechtsstaates gegen den Terror der RAF.

Schmidt wurde für seine Standpunktfestigkeit respektiert, zu oft dafür aber auch kritisiert. Als am 1. Oktober 1982 ein konstruktives Misstrauensvotum im Deutschen Bundestag seine Kanzlerschaft beendete, resignierte er nicht.

Schmidt blieb politisch wach, streitbar und kritisch. Immer wieder mischte er sich in gesellschaftliche Fragen ein und stand insbesondere der Sozialdemokratie als Ideengeber wie auch pragmatischer Berater bis zuletzt zur Seite.

Es ist deshalb ein trauriger Tag, an dem wir in Gedanken bei Helmut Schmidts Angehörigen sind. Ihnen wünschen wir in dieser schweren Zeit viel Kraft und Zuversicht.

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Die Bundesfahne des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold wird mit einem Trauerflor versehen.
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