2015

Zum Tode Helmut Schmidts

„Zwar kann der Politiker im Augenblick seines Handelns oder wenn er sein Handeln erklären und begründen muss, nicht gleichzeitig auch große Philosophie liefern. Aber sofern er ohne philosophisch-ethische Grundlage handelt, ist er in Gefahr, Fehler zu begehen. Er ist in Gefahr, in Opportunismus abzusinken. Er ist sogar in Gefahr, ein Scharlatan zu werden.“ (Helmut Schmidt)

Wir nehmen Abschied von unserem Ehrenmitglied Helmut Schmidt, der heute im Alter von 96 Jahren in seiner Heimatstadt Hamburg verstarb. Mit ihm verlieren wir nicht nur einen großen Deutschen und herausragenden Kanzler unserer Bundesrepublik, sondern auch einen scharfsinnigen und stets kritisch-wachen Denker unserer Demokratie.

Am 16. Mai 1974 wurde der frühere Hamburger Innensenator und Bundesverteidigungsminister Schmidt als fünfter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland vereidigt. Er folgte damit Willy Brandt als zweiter Sozialdemokrat in diesem Amt.

Seine Zeit war geprägt von enormen Herausforderungen: das Ringen um eine stabile Wirtschaft im Zuge der Ölkrise, der Erhalt des Wohlfahrtsstaates durch dessen Reform, die Verteidigung des Rechtsstaates gegen den Terror der RAF.

Schmidt wurde für seine Standpunktfestigkeit respektiert, zu oft dafür aber auch kritisiert. Als am 1. Oktober 1982 ein konstruktives Misstrauensvotum im Deutschen Bundestag seine Kanzlerschaft beendete, resignierte er nicht.

Schmidt blieb politisch wach, streitbar und kritisch. Immer wieder mischte er sich in gesellschaftliche Fragen ein und stand insbesondere der Sozialdemokratie als Ideengeber wie auch pragmatischer Berater bis zuletzt zur Seite.

Es ist deshalb ein trauriger Tag, an dem wir in Gedanken bei Helmut Schmidts Angehörigen sind. Ihnen wünschen wir in dieser schweren Zeit viel Kraft und Zuversicht.

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Die Bundesfahne des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold wird mit einem Trauerflor versehen.

Besuch der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte

Klassen 8c und 8e FriedrichEbertGedenksta╠łtte

Kürzlich besuchte das Reichsbanner Hessen bei gutem Wetter mit den Klassen 9C und 9E der Karl-Rehbein-Schule Hanau die Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg. Diese erinnert an das 1871 dort geborene Staatsoberhaupt.

In kleinen Gruppen wurde eine ansprechende und informative Führung durch die Dauerausstellung „Vom Arbeiterführer zum Reichspräsidenten – Friedrich Ebert (1871–1925)“ geboten. Diese präsentierte den Lebensweg Eberts von ganz unten in das höchste Staatsamt. Aus biographischer Sicht wurde den Schülerinnen und Schülern die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte von der Gründung des deutschen Kaiserreiches im Jahre 1871 hin zur Weimarer Republik ermöglicht.

Die abwechslungsreich gestalteten Ausstellungsräume ordnen den Weg des Heidelberger Schneidersohnes von seiner Kindheit und Jugend bis in das Amt des Reichspräsidenten in die Geschichte seiner Zeit ein, die von Umbrüchen und Verwerfungen gekennzeichnet ist.

Der Sozialdemokrat Ebert amtierte von 1919 bis zu seinem Tode als erster Reichspräsident der Weimarer Republik.
Hier findet sich auch die Verbindung mit dem Reichsbanner. Das Reichsbanner wurde 1924 von SPD, der katholischen Zentrumspartei und der liberalen DDP zum Schutz der Weimarer Republik gegen ihre radikalen Feinde gegründet. Auch heute nach über 90 Jahren tritt es aktiv für die Demokratie ein. Der Verein bietet Seminare und Tagesfahrten zur politischen und historischen Bildung für Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende an.

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